Bayerische Wanderung

Bayerische Wanderung

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von Tamara Isabell

Eine der vielen Freuden beim Besuch Bayerns liegt darin, diese wunderschöne Landschaft zu entdecken. Papst Benedikt hat seine Heimat „ein Land so wunderschön, dass man gleich erkennen kann, dass Gott gut ist, und wir glücklich sein dürfen“ genannt. Wenn wir durch eine solche schöne, wohlgeordnete Landschaft wandern, werden wir Gott zwangsläufig begegnen.

Eine natürliche Landschaft als „wohlgeordnet“ zu betrachten,  mag einem Amerikaner fremd erscheinen, da unsere Wälder in einer Art von dunkler und dorniger Wildnis hochragen; aber in Bayern kann niemand solche Unbilden antreffen, Bayernland ist gesegnet mit sanften Hügeln, sich durch die Landschaft windenden Bächen und vor Gesundheit strotzendem Grün.

Kitzingen 2

Die Bayern haben sich seit Ewigkeiten diese bevorzugte Ordnung erkämpft um die Werte des Bodens zu bewahren und verbessern. Die Dörfer sind diskret in Seitentälern versteckt, wo sie keine urbane Größe erreichen können. Geschickte Forstwirtschaft hat die Wälder gleich bewohnbar für Mensch und Wild gemacht. Überall sieht man Zeugnisse von Gottes großzügiger Vorsehung und den Respekt vor dieser Vorsehung.

Was braucht man mehr an Perfektion für das Erblühen des Katholizismus?   Wir wissen, der Glaube findet überall Halt, aber man hat den Eindruck, dass es in einer solchen Umgebung vorprogrammiert ist, wo die materielle Welt so deutlich nach Seiner Herrlichkeit greift und sie bezeugt.

Castell 3

Wir können uns Bonifatius und sein frühes Zusammentreffen mit den umherziehenden Stämmen in diesem Land gut vorstellen. Waren die Wälder in jenen heidnischen Zeiten dunkler und unruhiger? Dennoch, Bonifatius erkannte es als ein Land, das nur ein wenig Fleiß seitens des Menschen im Dienst des Herrn benötigt, um es vollkommen zu machen. So nahm er seine Axt heraus, baute aus Donareichen Kirchen und erlaubte der Gnade Gottes, Heiden zu Christen zu schlagen wie man Ritter schlägt.

Castell 2
Und die Früchte seiner Anstrengungen dauern fort.

Die heutigen Bayern sind Erben dieser katholischen Landschaft, geschaffen von Gott, aber verschönt durch die hingebungsvolle schwere Arbeit der Vorfahren. Es ist unmöglich auf einer bayerischen Straße um eine Kurve zu fahren, ohne auf eine Kapelle am Straßenrand zu stoßen, ohne an einem Wegkreuz vorbei zu kommen oder eine Marienstatue oder Heiligenstatue verehren zu können.

Burgbernheim 1

Religiöse Wandmalereien schmücken die schönen bayerischen Fachwerkhäuser. Die weltberühmten Oberammgauer Passionsspiele werden seit nahezu 400 Jahren regelmäßig aufgeführt, mit allen Anzeichen, dass dies auch die nächsten 400 Jahre so sein wird. Viele Feste umranken die Ernte; religiöse Ereignisse in einem bestimmten liturgischen  Rhythmus, alles Mögliche feiernd, vom einfachen Spargel bis zu den regionalen Weinen, mit einer entschieden christlichen Freude am Einfachen und Natürlichen.

Während die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) Kirchenaustritte konstatiert (Anm. d. Herausgebers: weniger als 30% der Deutschen identifiziert sich als „katholisch“ – man schaue hier nach den Gründen), Bayern hält starke 55%. Das rührt von der Anbindung der Region an den Katholizismus der Vorfahren, so daß es unvorstellbar ist, diesen Bund völlig aufzugeben. Die Bayern möchten es nicht aufgeben, sich selbst als Katholiken zu bezeichnen, genauso wenig wie sie es nicht aufgeben werden, sich als Bayern zu bezeichnen, und zwar aus denselben Gründen. Es ist ihre ehrenhafte und historische Identität, Bayer zu sein, bedeutet Katholik zu sein, und beide Eigenschaften haben denselben Ursprung.

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Der unbeugsame Freiheitsdrang des Bayern ist an den Zyklus der natürlichen Umgebung gebunden, und sein Katholizismus ist Ergebnis und Widerschein eben dieser Umwelt. Obwohl der postmoderne Säkularismus Europa als Ganzes angesteckt hat, kann und wird er nicht dasselbe in Bayern erreichen.

Während Gott den abgefallenen Katholiken erlaubt, ein bisschen zu streunen, bevor er sie wieder zurückruft zu dem, was sie vergessen haben, werden die Bayern immer aufgerufen sein, die Schönheit der Natur rundum wieder zu entdecken. Die Lebensmuster, welche in diese natürliche Ordnung eingefügt wurden, bilden einen Rhythmus, der auf Gott zurückgeht.

Uffenheim

Obwohl der postmoderne Säkularismus Europa als Ganzes angesteckt hat, kann und wird er nicht dasselbe in Bayern erreichen. Während  Gott den abgefallenen Katholiken erlaubt, ein bisschen zu streunen, bevor er sie wieder zurückruft zu dem was sie vergessen haben, werden die Bayern immer aufgerufen sein, die Schönheit der Natur rund herum wieder zu entdecken. Die Lebensmuster, welche in diese natürliche Ordnung eingefügt wurden,  bilden einen Rhythmus, der auf Gott zurückgeht.

Nur in einem Land, das Gottes eigene Schönheit widerstrahlt, kann man so weit wandern. Alle Wege in Bayern führen zurück zum Schöpfer, und der Wanderer entdeckt glücklich, daß Er gut ist.

FOTOS von Migdalia Mass und Tamara Isabell

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