DER PROTAGONIST

DER PROTAGONIST

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Wenn  du der Teufel wärest und eine europäische katholische Kirche auseinanderreißen wolltest, die ihre Flügel nach diesem fürchterlichen Jahrzehnt des II. Weltkrieg ausgebreitet hatte, was würdest du tun?

Ich spreche von der Zeit der 1950er Jahre. Wenn du also der Teufel wärest, wie würdest du vorgehen?

Nun, du würdest einen Protagonisten, einen Schauspieler finden. Jemand Verlässlichen. Jemanden, dessen Besitz du ein Leben lang vergrößern könntest. Jemand Junges, leicht beeinflussbar. Jemand, der nach Ruhm und Reichtum hungert, unter einem frommen Schein.

Der Protagonist müsste natürlich ein frommes Äußeres haben, weil er  Mitglied der Kirche sein müßte. Er dürfte nicht identifizierbar sein mit offen satanischen Kräften, die ihr so erfolgreich entfesselt habt im XX. Jahrhundert. Kein Marxist. Kein Kommunist. Kein Nazi.

Er dürfte nicht identifizierbar sein mit offen satanischen Kräften, die ihr so erfolgreich entfesselt habt im XX. Jahrhundert. Kein Marxist. Kein Kommunist. Kein Nazi.

 Jemand völlig Vernünftiges. Jemand, der sich um die Armen kümmert, die Umwelt und die Rechtlosen.

Natürlich musst du ihm die Mittel geben, die er braucht, um die Zerstörung weit und breit zu streuen. Geld!  Nützliche Idioten!  Diese Dinge, die im Fahrwasser des II. Weltkriegs zu einem Technologieschub im Bereich Kommunikation führten, könnten als Vorteil benutzt werden.

Natürlich muß der Protagonist höchst korrumpierbar sein. Ein Schwächling, dem Luxus verfallen vielleicht, oder einer, der sich den fleischlichen Lüsten hingibt?

Er sollte seinen Appetit befriedigt bekommen, oh ja! Achte darauf!

Die finanzielle Basis des Protagonisten sollte gesichert sein. Er darf nicht durch finanzielle Probleme abgelenkt werden! Es wäre ein guter Schachzug, sein Einkommen an ein junges, aufstrebendes Unternehmen zu binden.  Und sein Erfolg oder Scheitern in seinem sichtbaren  „Job“ sollte nicht an sein Einkommen gebunden sein.  Das sollte völlig unabhängig sein. Das Geld muß fließen, egal ob er sein „Job“ macht.

Die finanzielle Basis des Protagonisten sollte gesichert sein. Er darf nicht durch finanzielle Probleme abgelenkt werden!

Und natürlich muß ein bißchen Überwachung sein;  um ihm freie Hand zu geben.

Nun, es wird wichtig sein, den Protagonisten abzuschirmen, damit er alle seine Zeit penibel den destruktiven Mitteilungen widmen kann. Diese Arbeit kann vom Sprecher gemacht werden. Professoren der Theologie, zum  Beispiel, deren tägliches Brot abhängig ist vom guten Willen des Protagonisten. Sie können geschützt fleißig an der intellektuellen Unterminierung der Kirche arbeiten – alles in der Sicherheit ihrer Stellung innerhalb der Kirche. Sie können bitten, daß sich Rom seiner Lehre entledigt, sich vom Katechismus befreit. Sie können die Anfragen der Gläubigen als uninformiert und/oder ungebildet missachten.

Sie werden von den Medien sicherlich dafür Applaus ernten; sie werden die Helden darstellen.

Nein, der Protagonist müßte seinen natürlichen Begabungen entsprechend eingesetzt werden, z. B. sein Managementtalent. Er müsste natürlich sehen, daß die „Kunden“ der Kirche, nämlich die Gläubigen, nichts anderes als Quälgeister sind. Die wenigsten von ihnen stehlen ihm die Zeit, umso besser. Also, seine Priester müßten daraufhin ausgebildet werden zu glauben, daß der Nonsens, den die Theologen von sich geben, aktuell ihr Glaube sei.

Also, seine Priester müßten daraufhin ausgebildet werden zu glauben, daß der Nonsens, den die Theologen von sich geben, aktuell ihr Glaube sei.

Das ist also überhaupt keine Theologie! Die alte scholastische „Theologie“ muß verspottet und ins Lächerliche gezogen werden, die „Sakramente“ müssen widerwillig gespendet werden, in ihrer schwächsten Form.

Natürlich wird all dies Berufungen entmutigen, was für eine herrliche Perspektive! Die wenigen verbliebenen Gläubigen können von aus Indien und Afrika importierten Priestern versorgt werden, dankbar für die Almosen, die sie erhalten und an ihre hoffnungslos armen Diözesen schicken. Nur spärlich die Sprache sprechend, machen sie kaum Ärger.

Selbstverständlich, wenn sich die Gelegenheit bietet, wird er nicht zögern, mafiaartig den Tyrannen zu spielen. Es wird sich für seine Schergen als heilsam erweisen, ab und zu mal ein Opfer zu sehen. Vielleicht ein Bischof aus einer wohlhabenden und noblen Familie, ausgestoßen und beschämt vor der ganzen Nation?  Aber ich schweife ab.

Vielleicht ein Bischof aus einer wohlhabenden und noblen Familie, ausgestoßen und beschämt vor der ganzen Nation?

Zum Schluss die Todsünde: Stolz. Er muß ein stolzer Mann sein und er muss seinen persönlichen Stolz tief verbinden mit eurer satanischen Sache. Er muß glauben, daß das, was er tut, die Sache Christi auf Erden weiterbringt.
Natürlich bis es zu spät ist. Das ist der Zeitpunkt, wenn ihr ihm volle Einsicht gewährt – den totalen Überblick – so dass er die Zerstörung, deren Agent er war, sehen kann, die zahllosen verlorenen Seelen. Ihr werdet aber sicherstellen, daß er das erst in der letzten, qualvollen Stunde auf dieser Erde sieht, möglichst bei seinem letzten Atemzug.

Dadurch wird es viel zu spät sein, und er wird nur Teufel sehen, eure Schergen, die ihn umschwärmen. Exakt so wie die Volksmärchen vom Tode einer euerer anderen großen europäischen Erfolgsgeschichten,  Napoleon Bonaparte.
Natürlich, wenn er einst stirbt, wird er genau diese Art von Kirche hinterlassen, die das Volk am meisten hasst. Aufgedunsen vom Reichtum, mit der Korruption liiert. Durchsetzt mit stolzen Klerikern, die nach den Zügeln in den Händen des toten Protagonisten greifen.

Dadurch wird es viel zu spät sein, und er wird nur Teufel sehen, eure Schergen, die ihn umschwärmen. Exakt so wie die Volksmärchen vom Tode einer euerer anderen großen europäischen Erfolgsgeschichten,  Napoleon Bonaparte.

Perfekt für die Säkularisation vorbereitet. Nochmals.

Der Protagonist wird natürlich in der Lage sein, seine Begabungen und Gefälligkeiten in seine enorme Arbeitskraft zu investieren. Das wird die Gelegenheiten minimieren, sein erstes Talent, die Einschüchterung, einzusetzen zu müssen.

Natürlich wird es wichtig sein, dem Protagonisten vor Kritik Schutz zu geben. Das Beste ist, ihn in einem Land zu finden, wo den Menschen seit Jahrhunderten beigebracht wurde, die Großen und Mächtigen nicht zu kritisieren.

Ein Land wie Deutschland  – vielleicht?

Aachen, Cologne,2014 141Perfekt für die Säkularisation vorbereitet. Nochmals.

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