Zita, katholische Kaiserin im Exil

Zita, katholische Kaiserin im Exil

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2014  markiert 100 Jahre seit Beginn des „Großen Krieges“  (Weltkrieg I), der die europäische  Zivilisation in einer Weise zerriß, die wir erst jetzt anfangen zu begreifen.  Im Rückblick auf diese turbulente Ära,  rückt Meghan Ferrara eine dauerhafte katholische Ehe ins Rampenlicht, welche sich an der Spitze der europäischen Gesellschaft befand  –   auf dem ehemaligen Thron des Heiligen Römischen Reiches.

Von Meghan Ferrara

Auf  den Hochzeitphotos sind sie so jung, so fern von jenen Tagen, als der Krieg ihr beider Leben zerriß. Sie, vor allem, ist strahlend. Es ist schwer zu glauben, wenn man das Lächeln der glücklichen Braut betrachtet, das sie und ihr Ehemann dazu bestimmt waren, im Mittelpunkt  einer der größten Konflikte des 20. Jahrhunderts zu sein.

Mitten im I. Weltkrieg –  den Papst Benedikt XV. vergeblich versuchte zu verhindern –  auf Grund  einer Serie von außergewöhnlichen Ereignissen, bestiegen Karl und Zita von Habsburg den Kaiserthron von Österreich-Ungarn.  Nach dem Tode von Kaiser Franz-Joseph im November 1916 wurden sie Kaiser und Kaiserin aller Österreich-Ungarischen Territorien. Nach dem „Krieg aller Kriege“ würden sie vom kaiserlichen Thron abgesetzt und aus Österreich vertrieben werden.

Ihre Regentschaft, obwohl kurz, und ihr Erbe, hinterließen eine unauslöschliche Wirkung auf die moderne Geschichte.  Ihre tiefe Bindung im Glauben manifestierte sich in allen Epochen ihrer beider Leben. Heute sind beide, Karl und Zita,  in einem Kanonisierungsprozeß, eine seltene Tatsache in unseren modernen Zeiten.

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Am Ende des Krieges, würden Karl und Zita vom kaiserlichen Thron abgesetzt werden, und  aus Österreich exiliert. Ihr Regentschaft obwohl kurz, und ihr Erbe, würden eine unauslöschliche Wirkung auf die moderne Geschichte haben.

Schon in frühen Jahren  besaßen beide, Karl und Zita, eine große Ehrfurcht gegenüber dem Glauben. Der tägliche Besuch der Heiligen Messe und der regelmäßige Empfang der Sakramente war Routine in Karl’s und Zita’s Kindheit; sie setzten diese Praxis mit ihren eigenen Kindern fort. Darüber hinaus entwickelten sie beide eine besondere Verehrung für das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens  und das Altarsakrament. 

Ein wesentlicher Bestandteil von Karl’s und Zita’s Erziehung war ein scharfes Bewusstsein für die schwächsten und verletzbarsten der Gesellschaft und der Wunsch, ihnen zu helfen. Jeder von ihnen verschenkte Geld,  Kleider und anderes Nötige an die Bedürftigen. Trotz ihres königlichen Ranges, lehrte der Glaube Karl und Zita sich ein gebendes Herz zu bewahren gegenüber den Armen.

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Prinzessin Zita von Bourbon-Parma war eine geborene Zita Maria delle Grazie Adelgonda Micaela Raffaela Grabriella Giuseppina Antonia Luisa Agnese, am 9. Mai 1892 in Parma,  Italien.  Sie traf Karl das erste Mal als sie Kinder waren und sie spielten fröhlich mit einander. Ihre Freundschaft wurde schnell wieder entfacht, als sie sich wieder trafen als junge Erwachsene.  Obwohl die Hochzeit dynastisch war, war ihre Vereinigung eine echte Liebesheirat. Karl und Zita waren liebevoll einander zugetan und fuhren fort einander zu unterstützen,  trotz der Schwierigkeit denen sie sich gegenüber sahen.

Für Karl und Zita war ihre Hochzeit eine von Gott gesegnete sakramentale Vereinigung mit besonderen Gnaden.  Am tag vor der Hochzeit bemerkte Karl gegenüber Zita: „ Jetzt müssen wir jedem anderen helfen, den Himmel zu erreichen“.

Karl und Zita

Diese Überlegung wurde die Basis ihrer Ehe und ihres Familienlebens, auf der sie ihre acht Kinder groß zogen, mit derselben Liebe zu Christus und zur Katholischen Kirche, die sie gemeinsam teilten. Als sein ältester Sohn, Otto, die Erste Heilige Kommunion erhielt, weihte Karl seine Familie dem Heiligsten Herzen Jesu.  Häufig erteilten Karl und Zita persönlich den Kindern Katechismusunterricht und Zita führte diese Tradition mit ihren Enkelkindern fort.

Karl und Zita zogen ihre Kinder groß mit derselben Liebe zu Christus und zur Katholischen Kirche, die sie gemeinsam teilten. Als ihr ältester Sohn, Otto, zur Ersten Heiligen Kommunion kam, weihte Karl seine Famille dem Heiligsten Herzen Jesu.

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Karl folgte der katholischen Lehre in allen Epochen seines Lebens, einschließlich seines politischen Lebens! Obwohl er gut auf den kaiserlichen Thron vorbereitet war, war Karl’s politisches Leben voll von extremen Schwierigkeiten und Gefahren.

Als Soldat kannte Karl aus erster Hand und eigenem Zeugnis die Zerstörungen des Krieges. Als er den Thron bestieg, war sein größter Wunsch der Frieden, was ihm den Spitznamen „Friedenskaiser“ einbrachte.  Indess, es waren wenige, die Karl’s Vision teilten, und die Isolation ging ihm zu Herzen.  Seine Berater blockierten seine Anstrengungen und sogar, in manchen Fällen, verrieten sie ihn. Karl,  zusätzlich zur Frage des Kriegsendes und inspiriert durch die päpstliche Enzyklika Rerum Novarum,  setzte viele soziale Neuerungen in die Praxis um, seinem Volk zu helfen, so z. B. eine Rente und ein Wohlfahrtsystem.

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Zita arbeite „in tandem“ mit ihrem Ehemann, sie besuchte häufig Pflegeeinrichtungen und Hospitäler,  machte Freiwilligenarbeit beim Roten Kreuz und, wenn es möglich war, reiste sie mit ihm. Als Herrscher stellte das kaiserliche Paar den Dienst für das Volk über alles andere, in Übereinstimmung mit ihrem Krönungseid und ihren Prinzipien des katholischen Königtums. Diese Verpflichtung zum Dienst  überdauerte lange Zeit nach dem Exil in Folge des Krieges und blieb ein wichtiger Aspekt ihres heutigen Familienlebens.

Karl verstarb 1922 im Exil auf Madeira. Kurz vor seinem Tode sagte er zu Zita: „ Wir werden immer verbunden sein im Heiligsten Herzen Jesu.“ Die letzten Worte, die Karl sprach, das Kruzifix küssend, waren. „ Jesus, mein Jesus.“

Den Mut, den Karl seinen Tod akzeptierend  demonstrierte und  Zita in Zukunft ein Leben  ohne ihren Ehemann  zu führen, annahm, reflektierte ihr tiefes Vertrauen in die Vorsehung Gottes. Selbst konfrontiert mit der Witwenschaft,  schwankte die Kaiserin niemals in ihrem Vertrauen auf Gott, der Kindererziehung, dem Erbe der Habsburger. Zita blieb Zeit ihres Lebens ihrer Famille, ihrem Volk,  ihrem Glauben, ergeben!

Zita wurde 100 Jahre alt, sie verstarb am 14. März 1989. Heute ist das Kanonisierungsverfahren für den  seligen Kaiser Karl und der Dienerin Gottes Zita von Österreich nur die nächste Station der Reise dieses heiligen Ehepaares.

Selbst konfrontiert mit der Witwenschaft schwankte die Kaiserin niemals in der Erziehung der Kinder und dem Schutz des Erbes der Habsburger in ihrem Vertrauen zu Christus. Zita blieb Zeit ihres Lebens ihrer Famille, ihrem Volk, ihrem Glauben, ergeben.

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